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Der Anfang vom Ende...

Der Anfang vom Ende...

Mattheu kontrollierte die Position seines Requin. Die Anzeige verschwamm vor seinen Augen und er musste mehrmals blinzeln, um die Koordinaten korrekt ablesen zu können. Das Geschwader war schon seit sechs Stunden auf Patrouille. Im Cockpit war es heiß und die Anstrengung machte sich deutlich bemerkbar. Mattheus Rücken war steif, der Pilotensitz schien sich jeder Haltungsänderung seines Körpers anzupassen, um seinen Insassen möglichst effektiv zu peinigen.
Er korrigierte die Lage des Requin um elf Meter. Das ganze Geschwader musste eng zusammen bleiben, damit keines der Schiffe von einem einzelnen, versteckten Feind überraschend attackiert werden konnte.
Pah! Versteckter Feind. Die Schlachten wurden woanders ausgetragen. Während Mattheus Bruder zur Leitung eines Geschwaders an der Nord-östlichen Front abkommandiert worden war, hatte man ihn zur Aufklärung geschickt. Was für eine Schmach! Mattheu Fleur war ein hervorragender Pilot, genau wie sein Bruder. Er war sich sicher, dass er ebenfalls einen Posten als Geschwaderführer verdiente. Sie hielten ihn für zu unerfahren. Oder vielleicht für nicht gut genug. Aber wie sollte er sich seinen Ruhm verdienen, sein Können beweisen, wenn er Aufklärungsmissionen fuhr?
"Fleur, Sie entfernen sich zu weit von Ihrem Posten. Halten Sie die Formation."
Mattheus gequälte Augen hasteten über das VASI. Verdammt. Er war seinen abschweifenden Gedanken erlegen und driftete ab. Er ersparte sich eine Antwort und korrigierte in stummer Wut seinen Kurs. So etwas hätte ihm nicht passieren dürfen....
Pascal meldete sich über eine verschlüsselte Verbindung:
"Mattheu - alles in Ordnung?"
Er zwang sich zur Konzentration und setze ein gequältes Lächeln auf.
"Alles in Ordnung, Geschwaderführer. Wird nur langsam verdammt heiß hier drin..."
Über den knackenden Kanal hörte Mattheu, die besorgte und zugleich verständnisvolle Frage des alten Maitre und erfahrenen Haudegen.
"Was sagt denn dein Thermostat?"
Nichts hätte Mattheu in diesem Moment mehr in Rage bringen können.
"37,8 Grad."
"Das ist wirklich heiß. Wenn wir zurück sind, sage ich sofort Baptiste Bescheid. Er wird sich gleich darum kümmern. Vermutlich nur ein defekter Sensor."
"Hm-hm. Bestimmt."
Mattheu kochte innerlich wie äußerlich. Die Stimme des alten Versagers war das Letzte, was er jetzt brauchen konnte. Vermutlich hatte der sein Leben nur mit Aufklärungsmissionen zugebracht.
Schweiß floss in Bächen an Mattheus Körper herunter. Er wischte sich mehrmals mit dem Unterarm über sein Gesicht und versuchte, die brennende Lake aus den Augen zu blinzeln. Auf dem VASI schob sich der letzte Wegpunkt der Patrouille ins Bild. Er wurde als gelber, rotierender Oktaeder dargestellt und befand sich auf der höchsten Erhebung des Unterwassermassivs, dessen zerklüftete Formation den Kurs für die Patrouille vorgegeben hatte. Nach Norden fiel das Gebirge in einer Steilwand bis auf 2.000 Meter Tiefe ab. Das VASI zeichnete eine grüne Strichlinie in den dargestellten Sichtkorridor, die sich zu dem kreiselnden Wegpunkt hinaufkrümmte. Mattheu steuerte seinen Requin über den ansteigenden Zackenkamm des Gebirges. Einige Meter unter ihm schnitt der Scheinwerfer Bilder des Korallenriffs aus der Dunkelheit, das in feinen, weißen Verästelungen das Gebirge bedeckte.
Ein Piepton signalisierte die Ankunft am Wegpunkt. Devoue stieß einen Jubelschrei aus:
"War aber auch verdammt noch mal Zeit. Mein Arsch ist nur noch Algenbrei, total vom Sitz zermahlen. Wer hat Lust auf ein schönes, kühles Cidration?"
Zustimmende Kommentare rauschten zwischen den Schiffen. Mattheu hatte durchaus Lust auf ein Algenbier, oh ja - aber er würde den Teufel tun und es mit seinen unfähigen, kurzsichtigen Kameraden zusammen runterspülen. Er würde mit Baptiste das Problem mit der Überhitzung durchsprechen, duschen, sich umziehen und dann, in irgendeiner Kneipe in Repechage, ein stilles Eck suchen und dort in Ruhe sein Bier trinken. Oder noch besser, er würde allein...
Ein Signal auf dem VASI erregte seine Aufmerksamkeit. Als er den Blick darauf richtete, war es wieder verschwunden. Es hatte ausgesehen wie ein unbestätigter Kontakt, sehr nahe, auf 0-1-0. Während seine Geschwaderkameraden weiter Neckereien und selbstherrlichen Pilotenhumor austauschten, überprüfte er die Einstellungen seiner Ortungssysteme. Alles schien tadellos zu funktionieren. Da war es wieder! Diesmal hielt es sich länger. Und es waren mehrere. Siebzehn fluktuierende Signale in Richtung Norden, weniger als fünfhundert Meter entfernt. Dann verschwanden sie wieder.
Empfingen die anderen nichts?
"Geschwaderführer für Fleur, bitte kommen."
"Was gibt's?"
Der Alte hielt sich nicht mal an die Funkvorschriften.
"Ich empfange fluktuierende Signale, scheinen aus dem Abgrund zu kommen"
"Bist du sicher, Mattheu?"
Natürlich war er sicher! Oder würde er die Aufmerksamkeit des großen Aufklärungs-Geschwaderführers mit Lappalien belästigen? Er wollte ein sachliches "Ja" entgegnen, aber Devoue kam ihm zuvor:
"Ach was, Signale. Werden ein paar Fischschwärme sein. Nein, Moment - ich glaube, hier ist bei minus 560 eine Thermokline. Könnte sein, dass das Zusammentreffen zweier Ströme die Fluktuationen verursacht und..."
Auf Mattheus VASI explodierten Kontakte. Unzählige Objekte erschienen blinkend auf dem Schirm. Aus dem Abgrund jenseits des Gebirges schossen Schiffe in die Höhe. Sechs Floh-Geschwader sausten wie katapultiert aus der Tiefe empor und griffen an.
"Rückzug!" Der Befehl drang nur langsam zu Mattheus gelähmtem Hirn vor. Immer mehr Schiffe erhoben sich aus dem Abgrund, jetzt auch mehrere Alpha-Kontakte.
Das musste die gesamte feindliche Flotte sein!
Ein gellender Schrei holte ihn in die Wirklichkeit zurück, als Devoues Requin von mehreren Torpedos zerrissen wurde.
Seine in jahrelangem Training geschulten Reflexe griffen. Er riss den Requin herum und gab vollen Schub. Das Schiff machte einen Satz nach vorne und schoss los.
Die vier übrigen Requin flohen in alle Richtungen. An Neville klebten zehn Verfolger. Verzweifelt versuchte er der Übermacht auszuweichen.
"Hilfe! Sie sind mir auf den Fersen, sie sind mir auf den Fersen, sie sind..."
Ein weiterer Punkt auf seinem Sonar erlosch. Mattheu tauchte in die zerklüftete Felswelt des Unterwassergebirges hinab. Dies war seine einzige Chance, lebend hier heraus zu kommen. Vorausgesetzt, das sein Requin wendiger war als die Jäger des Feindes. Bei Schleichfahrt würden die Felsen zusätzlich dafür sorgen, dass seine Signatur für den Gegner nicht mehr zu erfassen war. Als er glaubte, in Sicherheit zu sein, piepte das VASI seinen Alarmton. Incoming Stalker. Ein Schiff hatte sich hinter ihn gesetzt. Der Torpedo kam schnell näher. An der vor ihm auftauchenden Gabelung riss er das Schiff nach links. Unter ihm tat sich ein schmaler Spalt auf. Seine Chance. Er drückte den Hebel nach unten, und der Requin folgte seinen Kommandos. Der Spalt raste auf ihn zu. Hatte er sich verschätzt? Würde das Schiff hindurch passen? Zu spät. Metall kreischte, als die äußere Hülle des Requin an der Öffnung im Fels vorbeischrammte. Mattheu hielt den Atem an und schloss die Augen. Dann war er durch. Hinter ihm explodierte der Torpedo am Fels. Er senkte die Geschwindigkeit und schaltete alle Geräusche verursachenden Systeme aus. Dann dachte er daran, Luft zu holen. Vorsichtig atmete er aus und sog in tiefen Zügen die Luft ein, zwang sein donnerndes Herz zur Ruhe. Der Scheinwerfer! Zitternd drückte er den Knopf und das Licht erlosch. Dann wartete er. Als nach 30 Minuten noch niemand aufgetaucht war und einen Torpedo auf ihn abgeschossen hatte, setzte er sich langsam in Bewegung. Er hatte überlebt. Er musste das Hauptquartier verständigen. Während der Rückfahrt, allein in einer kleinen Kapsel, umgeben von Tonnen von Wasser, erlitt die kalte, wütende Hülle in seinem Verstand Schiffbruch. Er fühlte sich schuldig.

*****

Ruhe kehrte auf der Kommandobrücke des Alligators SOF DeviceOfTheGreat ein. Mit hocherhobenem Haupt und hinter dem Rücken verschränkten Armen stand M-17 ViceAdmiral Wipes in der Mitte des Raumes und überblickte seine Leute und die Anzeigen auf dem transparenten, raumhohen Schirm vor sich. Die Gewässer um sie herum wimmelten nur so vor grünen Punkten - die Mitglieder ihres Geschwaders, ihrer Streitmacht. Meiner Streitmacht, verbesserte Samuel Wipes sich selbst und schmeckte dem wunderbaren Klang dieses Gedankens einen Moment lang nach. Und was für eine Streitmacht, eine richtige Armada.

Kein einziger roter Punkt war mehr zu erkennen, der Letzte war soeben in einer Explosion vom Schirm verschwunden. Wipes lenkte seine gedanklichen Bahnen zurück auf das aktuelle Geschehen. "Verluste?" fragte er in militärisch knapp.
"Kein einziger, ViceAdmiral!" antwortete PettyOfficer Mboa, Chef der Ortung an Bord der Alligatorklasse.
Wipes nickte. "Gut. Was sagt die Feind-Identifikation? Mit wem hatten wir es zu tun?"
Mboa ließ die aufgefangenen Sonarsignale ihrer soeben zerstörten Feinde durch den Bordcomputer laufen. Das Display der Konsole tauchte sein Gesicht in einen bläulichen Ton, während er die Ergebnisse ablas.
"Die Signatur der feindlichen Schiffe wurde erkannt. Es handelt sich um eine bekannte Schiffsklasse - sogenannte Requin."

Ruhe folgte dieser Ankündigung. Die Luft auf der Brücke der DeviceOfTheGreat knisterte vor Anspannung und Erregung. Schließlich brach der Waffenoffizier das Schweigen. "Denen haben wir aber einen ordentlichen Tritt in den Arsch verpasst!" rief der Mann voller Begeisterung, und die Brückenbesatzung stimmte mit in den Jubelschrei ein. Wipes ließ ihnen ihre Freude, aber nicht zu lange. Die Sache war noch lange nicht ausgestanden.
"Ruhe!" bellte er. "PettyOfficer Miles, mäßigen sie sich! Das gilt auch für alle anderen!"
Den letzten Satz hatte er in einem besonders scharfen Tonfall hervorgebracht, was alle Anwesenden sofort verstummen ließ.
"Kommando an die Flotte: Alle Schiffe zurück in Formation. Pack Blau nach vorne als Aufklärung. Ab sofort gilt Kommunikationsstopp bis auf Notfälle. Meine Herrschaften - wir befinden uns immer noch in feindlichem Gebiet! Ich erwarte äußerste Konzentration von allen Beteiligten. Für unser Land, für den GreatFather! Wir beide verlassen uns auf sie!"
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