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Tag der Einheit

Kurzgeschichte zum [i]Tag der Einheit[/i] in der UNL von Mirko Beine

Tag der Einheit (UNL)

Hundertausend Augen folgten ihm, als er sich von seinem Sitz erhob und seinen Anzug mit einem entschlossenen Ruck zurechtzog, als würde er das Visier eines Helmes schließen. Ragnar Unter, Staatspräsident der UNL, machte sich mit entschlossenen Schritten auf den Weg über die gewaltige Bühne, die am südlichen Ende der Promenade Forhaningheims aufgebaut war, zwischen in Paradeuniform Spalier stehenden Soldaten hindurch, hin zu dem kleinen Podest, das am vorderen Ende der Bühne stand. Kameras übertrugen seinen Gang auf mehrere Anzeigetafeln, sodass auch die weit entfernt Stehenden ihn sehen konnten. Unter betrat das Podest. Auf fast zwei Kilometer Länge erstreckte sich die Promenade vor ihm. Wie stumme Riesen erhoben sich links und rechts die Gebäude an den felsigen Steilwänden der Schlucht, in die die Stadt hineingebaut war. Banner mit dem Symbol der UNL hingen schwer an den Fassaden. Nur die hundert ersten Meter vor der Bühne wurden zu seiner Sicherheit von mehreren AKA-Trupps freigehalten und zusätzlich, das wusste Unter, von Scharfschützen der AMMS gesichert. Der Rest der Promenade war mit Menschen überfüllt. Sie drängten sich auf der gesamten Länge der Anlage zusammen, quetschten sich aus den Fenstern der Gebäude und selbst auf den schmalsten Brücken, die in großer Höhe die Promenade überspannten. Die Kameras vor dem Podest übertrugen sein Bild auf zahlreiche Anzeigetafeln und Makrelen würden seine Ansprache gleich nach ihrem Ende in alle größeren Städte des RDL bringen, damit heute, am Tag der Einheit, jeder die Möglichkeit hatte, ihn zu sehen.
Trotz der Masse an Menschen war es still. Alles verhielt sich ruhig und diszipliniert.
Unter wartete noch einen kurzen Moment länger. Er hatte Großes zu verkünden und wollte sicher sein, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Die richtige Atmosphäre zu schaffen.
Dann begann er: "Volk der Union. Heute jährt sich zum fünfundvierzigsten Mal ein großer Tag unserer Geschichte. Heute jährt sich ein Tag, auf den wir unsere Kinder lehren müssen, stolz zu sein. Heute jährt sich ein Tag, an dem Gerechtigkeit geschah. Ein Tag, an dem wir uns erhoben haben, um die Besatzung eines tyrannischen Regimes zu sprengen und uns wieder das zu nehmen, was uns gehört. Ein Tag, an dem wir der Unmündigkeit, Untätigkeit und der Ohnmacht, die uns so lange knechtete, entwuchsen. Es war der Tag, an dem wir zu den Schmieden unserer Zukunft wurden und unerbittlich den Hammer schwangen, um die Bande, die uns gefesselt hielten, ein für alle Mal zu zerschlagen! Wir feiern den Tag, an dem wir gemeinsam und als ein Ganzes handelten, an dem wir uns mit einer Stimme erhoben, unseren Unterdrückern ein wütendes `Nein!` und unserer Zukunft ein kraftvolles `Ja!` entgegenschrieen!
Heute ist der Tag der Einheit - und wir haben nichts vergessen!"
Beifall und Jubelrufe beantworteten Unters Worte.
Er ließ sie verklingen und nahm dann seine Rede mit unverminderter Geschwindigkeit wieder auf, als ob er bei voller Kraft an ein Schiff andocken wollte.
"Allein und ohne jegliche Hilfe befreiten wir uns damals von dem grausamen Joch unserer Unterdrücker. Trotz des schweren Schicksals, an dem Generationen nach uns noch zu leiden haben werden, erhoben wir uns über uns selbst und fegten den Feind aus unserer Stadt hinaus.
Und vielleicht war es nicht trotz unseres Schicksals, vielleicht war es durch unser Schicksal, dass wir die Kraft aufbringen konnten, diese großartige Tat zu vollbringen! Heute lebt kein Unionsbürger mehr, der sich an eine Zeit ohne Krankheiten oder Armut oder zerstörte Städte erinnern kann. Ich sage: Dies hat uns zu einer untrennbaren Einheit verschmolzen! Dies hat uns zu dem kraftvollen Land gemacht, dass wir heute sind! Sich den Umständen nicht hinzugeben, sondern ihnen zu trotzen, den Fehdehandschuh aufzunehmen und ihn wieder zurückzuwerfen. Dies eint uns und schweißt uns zu etwas Größerem zusammen! Heute, an diesem Tag, wissen wir, dass niemals mehr etwas uns wird niederwerfen können, denn auch nach 45 Jahren halten wir immer noch die Werte hoch, die uns aus Ruinen haben auferstehen lassen: Einheit. Freiheit. Unabhängigkeit!"
Diesmal brach tosender Beifall los. Die ganze Promenade hallte vom Ausbruch der Emotionen wieder und die hohen Schluchtenwände warfen das Echo der Wut zurück in die Menge. Unter wartete, bis ein Großteil des Jubels verklungen war und preschte abermals vor: "Dennoch sind wir noch weit davon entfernt, alle unsere Probleme unter Kontrolle zu haben. Zwar ist es gelungen, wirtschaftlich große Fortschritte zu erzielen und den Lebensstandard eines jeden Bürgers erheblich zu steigern, gleichwie wir gute außenpolitische Beziehungen zu einigen Staaten etablieren konnten. Aber eine unserer größten und beschämendsten Probleme blieb bisher ungelöst."
Unter machte eine lange Pause, bevor er fortfuhr: "Lange Jahren waren wir nicht fähig, unsere Grenzen ausreichend zu schützen und hatten vor allem der Piratenplage nichts entgegenzusetzen. Unsere Soldaten mussten sich mit mangelhafter Ausrüstung begnügen und unsere Handelswege waren dauernden Übergriffen ausgesetzt. Diese unschätzbaren Verluste hemmten unseren Aufschwung in einer nicht wieder gutzumachenden Weise und machten uns zum Gespött des RDL! Wie will man auch einem Land vertrauen, dass den eigenen Handelschiffen keine sichere Passage garantieren kann und nicht einmal fähig ist, sich selbst zu schützen!"
Zustimmende Rufe erschallten aus der Menge.
"Doch damit hat es nun ein Ende! Unserer Leistung und unerbittlichen Zielstrebigkeit ist es zu verdanken, dass heute abermals ein großer Tag für die Union ist! In den vergangenen Jahren wurde ein umfangreiches Projekt zur Modernisierung des Militärs, mit besonderem Augenmerk auf die Bekämpfung der Piratenseuche, vorangetrieben. Dieses beinhaltete unter anderem eine Modernisierung der bestehenden Flottille und Ausrüstung sowie eine Aufstockung der Gesamtstärke des Heeres. Vor allem jedoch war es ein erklärtes Ziel, ein eigenes Schiff speziell für die Jagd auf Piraten zu bauen, um diese Plage endgültig mit Stumpf und Stil auszurotten! Es erfüllt mich mit großem Stolz, heute das Ergebnis dieses Projektes, das gemeinsam mit unseren stawischen und scientianischen Freunden realisiert wurde, zu präsentieren: Das große Schlachtschiff Gengäldar!"
Plötzlich schalteten die Anzeigetafeln um. Zuerst war nichts als Schwärze zu sehen. Dann schwebten einige Wittlinge ins Bild, die mit gelben Lichtkegeln die Finsternis durchschnitten. Langsam tasteten die Scheinwerfer durch die Dunkelheit und erhellten nach und nach die Konturen eines Schiffes. Die Kamera schwebte darauf zu. Dann teilten sich die Anzeigetafeln und zeigte das Schiff aus vier sich langsam verändernden Perspektiven. Mehrere große Geschütze waren zu erkennen und eine weit hinten an der Oberseite gelegene Kommandobrücke. Am seltsamsten aber wirkte der Bug, in den mehrere, kugelähnliche Objekte versenkt waren. Gerade, als die Kamera näher kam, wechselten die Anzeigetafeln wieder auf Vollbild und zeigten einen grellweißen, steril wirkenden Raum. In der Mitte des Bildes stand breitbeinig ein Mann, das Kinn erhoben und die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Stahlblaue Kanoniersaugen blickten in die Kamera. Die vielen Abzeichen auf seiner schwarzen, gehrockähnlichen Uniform zeichneten ihn als Admiral aus. Hinter ihm waren Soldaten zu sehen, die mehrere Terminals bedienten. Er blickte zu Seite, nickte jemandem zu und wandte den Kopf dann langsam wieder nach vorne.
"Die SUS Folkshämnare meldet sich zum Dienst. Wir sind einsatzbereit und erwarten ihre Befehle."
Unter sprach wieder: "Dies ist Admiral Magner Einar Magnersson. Er hat sich der Union durch zahlreiche ruhmreiche Einsätze gegen marodierende Piraten verdient gemacht und viel Erfahrung mit dem Feind. Die SUS Folkshämnare wird sofort mit ihrem Einsatz beginnen. Sie hat Befehl, für die nächsten Wochen in den Unionsgewässern auf Jagd zu gehen, verdächtige Schiffe zu orten und gegebenenfalls zu zerstören. Wir fahren also fort wie geplant, Admiral Magnersson. Gute Jagd!"
Unter sah zu einer der Anzeigetafeln empor.
Der Admiral nickte eckig, salutierte und gab, abermals per Kopfnicken, Anweisungen.
Dann schalteten die Anzeigen wieder auf Unter um. Während all der Zeit schien es, als hätte die Menge den Atem angehalten.
"Dieses Schiff ist der ganze Stolz unserer Flotte und braucht keinen Vergleich und Konflikt selbst mit überlegenen Gegnern zu scheuen. Es ist so schnell, dass es auch einen Seehecht mit Leichtigkeit einholen kann und dabei tödlich genug, um mit seinen Geschützen auch mehrere Gegner gleichzeitig bekämpfen zu können. Jeder Unionsbürger hat zu der Realisierung dieses Schiffes beigetragen. Das Gelingen dieses Unternehmens ist dem Volk zu verdanken, und deshalb scheue ich mich nicht hier und heute ein Versprechen abzugeben: All die Verbrecher dort draußen, die sich wie Parasiten an unserem hart erarbeiteten Besitz vergreifen wollen, wird eine böse Überraschung bereitet werden, wenn sie auf den Gengäldar treffen. In wenigen Jahren wird sich dieses Pack noch nicht einmal mehr trauen, auch nur einen Meter durch unsere Gewässer zu fahren, denn in der Dunkelheit wartet dieses Schiff auf sie!"
Die Menge geriet außer sich. Der Beifall und die Jubelschreie hunderttausender Kehlen donnerten durch die Promenade.

Mirko Beine
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