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Erfahrungen in Zartbitter

Erfahrungen in Zartbitter - Teil 1

Eine LodlanD-Kurzgeschichte von Jan-Tobias Kitzel

-Szene 1-

Das Innere des Requin-Cockpits lag im dunklen Rot der Notbeleuchtung, die Luft roch schal und durch die allgegenwärtige Hitze lief Lucas der Schweiß in Strömen den Rücken hinunter. Seine Pilotenuniform klebte mittlerweile an seinem Körper, doch mit Adrenalin voll gepumpt waren seine Sinne nur auf die Schlacht vor ihm gerichtet. Mehrere andere Requins, schlanke arbiträische Jäger- und Enterschiffe schossen an ihm vorbei, mitten in das Herz der Schlacht hinein. Aber Lucas ließ sich einen Moment Zeit, die Hast der Jugend hatte er schon lange abgelegt und seine Vorsicht war nicht nur einmal sein Lebensretter gewesen. Er wollte die Schlacht erst etwas beobachten, bevor er selbst entschied, wo er eingreifen wollte.

Feuerblumen naher Explosionen erleuchteten die tiefe See rings um seinen Requin, die USA Volonté, und schüttelten das kleine Enterschiff kräftig durch. Plötzlich gesellte sich zu der ohnehin schon chaotischen Anzeige seines Sonars ein weiteres Fähnchen hinzu, das sich mit irrsinniger Geschwindigkeit gen Sonarmittelpunkt, seinem Schiff, bewegte. Auf dem unteren Teil der Anzeige tauchten knappe Angaben über den sich schnell nähernden Torpedo auf. Welches Schiff in dem unüberschaubaren Knäuel todbringender Metallleiber, nur wenige hundert Meter entfernt, den Torpedo abgeschossen hatte, konnte Lucas nicht erkennen. Aber egal wer es war, er hatte gut gezielt, der Torpedo lag mitten auf seiner Bahn.
Mit jahrelanger Übung drückte Lucas den Steuerknüppel nach vorne, sein Körper hing gespannt im rauen Sicherheitsgurt seines treuen Schiffes. Das Sonar verriet, dass der drahtgesteuerte Torpedo den Kurs ebenfalls geändert hatte. Beständig tropfte Kondenswasser von oben auf Lucas´ kahlgeschorenen Schädel. Sein Schiff hatte die besten Jahre schon weit hinter sich.

"Bien, Mädels, festhalten. Incoming stalker, Typ-I von 2-8-0, 200 Meter und näher kommend. Weiche aus!"

Er glaubte fast, von den nur wenige Zentimeter hinter ihm festgeschnallten Enterkämpferinnen ein Aufstöhnen gehört zu haben. Das konnte nur Julie gewesen sein, dieser 22-jährige Jungfisch, das gerade rechtzeitig zur größten Schlacht der letzten Jahrzehnte zu den Tacticiens, dem arbiträischen Militär, gestoßen war. Sicher würde Chloe, die zweite Enterkämpferin, nun ihre jüngere Kollegin tadelnd anschauen und den Kopf schütteln. Eine Ablenkung von hinten war das Letzte, was ein Pilot in einer solchen Situation gebrauchen konnte. Das würde Chloe mit ihren mittlerweile über 10 Jahren Entererfahrung wissen, da war sich Lucas sicher.
Der Requin schoss rasant in die Dunkelheit des Meeres hinab. Das nun wirklich nicht mehr neue Schiff begleitete diese Aktion mit einem deutlichen, metallenen Quietschen. Mit einem Fußdruck schickte er den Requin auf Höchstgeschwindigkeit, das Surren der Maschinen ließ das gesamte Schiff vibrieren.

"Pardon, Madame. Aber da musst du jetzt durch!"

Auf dem Sonar konnte Lucas erkennen, wie der Torpedo, mittlerweile auf nur noch 50 Meter herangekommen, wieder etwas zurückfiel. Jetzt waren sie einfach zu schnell für dieses einfache Torpedomodell.

"Und ab dafür!", die tiefe Bass-Stimme von Lucas dröhnte durch den Raum und war einem Aufschrei nah. Seine schweißnassen Finger umschlossen den Steuerknüppel noch fester und mit einer plötzlichen Bewegung zog er ihn bis ganz nach hinten. Wie ein aufbockendes Tier schoss das schlanke Jägerschiff nach oben, der mittlerweile 100 Meter über ihnen tobenden Schlacht entgegen. Nur Sekundenbruchteile später explodierte unter ihnen der Torpedo, dem sie durch das schnelle Manöver entkommen waren, wahrscheinlich durch eine Drahtzündung. Anscheinend wollte der Pilot am anderen Ende ihnen wenigstens noch die Druckwelle mitgeben. Der Lichtschein der Explosion erleuchtete das davonziehende Schiff von hinten, tauchte es in eine Korona der Zerstörung. Mit ganzer Kraft hielt Lucas den Steuerknüppel fest und regelte mit den Füßen die Geschwindigkeit, das Metall des Schiffes quietschte und knirschte aufgrund der sie erfassenden Druckwelle. Eine Sekunde später lag die Volonté wieder ruhig im Wasser. Hinter ihm übergab sich Julie geräuschvoll auf den Boden, es platschte auf dem metallenen Boden und innerhalb von Sekundenbruchteilen durchzog der fürchterliche Gestank von Erbrochenem das enge Cockpit der Volonté.

Lucas betrachtete die Schlacht-Szenerie, während sie sich ihr von unten näherten. Einem schwimmenden Berg gleich, fuhr dort das Flaggschiff der Stawaner, die DS Wzrost. Mit über 300 Metern Länge war die gigantische Pottwalklasse das größte bekannte Schiff des RDL. Wie Aasfresser einen Walkadaver umschwärmten dutzende Kleinstschiffe den Giganten der Meere, beschossen ihn wo immer sie nur konnten und bemühten sich nach Kräften, die dicke Panzerung zu durchdringen. An mehreren Stellen klafften bereits Löcher im Rumpf des Riesen, wenigstens hier schien das Schlachtenglück auf seiner Seite zu sein.

Lucas verstand die Wut der Quartiersbewohner, mittlerweile ja die so genannten Wolnosca, auf Stawa. Jahrzehntelang waren die bitterarmen Quartiere für Stawa nicht mehr als eine soziale Müllkippe und Hort billiger Arbeitskräfte gewesen. Doch damit hatten sie im Laufe der Zeit einen Geist beschworen, der, nun entfesselt, Stawa mitten ins Chaos eines Bürgerkrieges stürzte. Vor Kurzem hatten sich die ehemaligen Quartiere als "Monarchia Wolnosc" für unabhängig erklärt und die Stawaner schickten prompt ihr Flaggschiff, um mit den unterseeischen Säbeln zu rasseln und die Abtrünnigen in ihre Schranken zu weisen. Doch sein Volk, die Arbiträer, hatte sich auf die Seite der Geknechteten geschlagen, das waren sie den Idealen dieses neuen Volkes einfach schuldig, insbesondere da zwischen Arbiträa und Stawa seit kurzem ohnehin dicke Luft herrschte. Ein vor kurzem angeblich ?verschwundener? Reaktor, für den Arbiträa dennoch Unsummen zahlen sollte, hatte die Landesehre beschmutzt und das wahre Gesicht der Stawaner ans Licht gebracht.

Doch die DS Wzrost war nicht alleine gekommen und ihre zahlreichen Begleitschiffe, vor allem militärische Wera-Klassen, fügten der vereinten Streitmacht von Arbiträa- und Wolnosca-Schiffen schwere Verluste zu. Während sich die Arbiträer getreu ihrer Landesehre bemühten, die gegnerischen Schiffe nur kampfunfähig zu machen und Leben zu schonen, hörten die Stawaner nicht auf zu feuern, bis das gegnerische Schiff und seine Besatzung endgültig verloren war. Dies ließ sich sicherlich durch unterschiedliche Erfahrungen der Länder erklären, aber dennoch erschauderte Lucas. Wer ohne Ehre kämpft, kann auch keine Ehre gewinnen, wie siegreich die Schlacht auch enden mag!

Während die Kleinstschiffe Arbiträas und Wolnoscas den Giganten Wzrost umschwärmten und ihm Stich um Stich zufügten, standen ihre wenigen größeren Kampfschiffe gegen die zahlreichen stawischen Wera-Schiffe auf verlorenem Posten. Einige hundert Meter von der Wzrost entfernt konnten sie sich nur darum bemühen, die Weras so lange zu beschäftigen, dass sie den Kleinstschiffen bei der Wzrost nicht gefährlich werden konnten.
Die Feuerblumen des nahen Kampfes durchzogen in einem tödlichen Stakkato die sonst tiefschwarze See und meldeten mit ihrem Geflacker den Tod ihrer Kollegen, während Lucas seinen Requin weiter auf Kurs hielt ... mitten auf die Wzrost zu.

Bei der Vielzahl von Angreifern waren die wenigen Bordgeschütze der Wzrost hoffnungslos überfordert und ihre Torpedorohre aufgrund der Nähe der Angreifer zum eigenen Schiff untauglich. Der Koloss musste Schlag um Schlag hinnehmen. Mittlerweile füllte das wundgeschossene Schiff das komplette Sichtfenster des Jägerschiffes aus. Feuer überzogen seine Hülle, Luft trat aus seinen Wunden.
"Wäre es ein Tier, läge es im Todeskampf. Doch sei auf der Hut, Jäger, erst jetzt zeigt sich die wahre Seele der Beute." sprach Lucas leise vor sich hin.

Zwölf Meter von der Wzrost entfernt steuerte Lucas seinen treuen Requin in eine scharfe Rechtskurve und strich parallel zum Metallgiganten durch das Wasser. Nur wenige Meter trennten die Volonté vom stählernen Leib der Wzrost, während sie den Rumpf in Richtung des Antriebsegments entlang raste. Er drehte den Kopf nach hinten und erhaschte einen Blick auf eine käseweiße Julie, deren blonde Haare schweißnass am Gesicht klebten. Chloe hingegen saß vergleichsweise locker auf dem Enterkämpfersitz, entspannte ihren Körper und wehrte sich nicht gegen die Vibrationen und Stöße des Schiffes, sondern ließ sich von dem Takt des nahen Todes hin und her wiegen, gleich einem geborgenen Kind.
"Dann wollen wir den freundlichen Beschuss von eben doch mal gebührend erwidern, nicht wahr?!" rief Lucas seinen Begleiterinnen zu, was ein abermals würgendes Geräusch von hinten und einen beißenden Geruch nach Magensäure und Galle hervorrief.
Nach Lucas´ Meinung war es der vernünftigste Einsatz seiner Waffenkapazität, die Wzrost weiter zu beschädigen, damit die arbiträischen Enterkämpfer eine höhere Erfolgschance bei der Eroberung hatten. Eine leichte Drehung des Steuerknüppels drehte den Requin für einen Sekundenbruchteil etwas weiter nach links, so dass der Bug genau auf den Antriebsbereich der Wzrost zeigte. Kalt lächelnd drückte Lucas mit der linken Hand auf den Schussknopf aus bereits abgeschabtem Plastik, so klein und doch mit so tödlicher Wirkung. Der Requin ruckte auf, als das Bug-Torpedorohr einen Typ-I-Torpedo in das eisige Wasser entließ. Deutlich war das Surren des Torpedomagazins zu hören, eine weitere todbringende Waffe wurde in das Rohr geladen. Auf dem Sonarschirm des Requin entfernte sich ein kleines, schnelles Fähnchen vom Sonarmittelpunkt, geradewegs auf ein wirklich großes Fähnchen zu.

Erfahrungen in Zartbitter - Teil 2

-Szene 2-

Kalt lächelnd strich Jerem mit seiner alten, knochigen Hand über die Steuerkonsole des Schiffes, der "Zemsta", was soviel wie Rache bedeutete. Erst vor wenigen Stunden war dieses Schiff ihm von Tide Buug persönlich überantwortet worden, mit einem Auftrag, den nur er erledigen konnte. Sollten sich seine Erfahrungen mit der Vakten MK-1-Klasse doch noch einmal auszahlen, nach so vielen Jahren in den Quartieren, seiner neuen Heimat.

Auf dem großen Sichtfenster der Vakten-Klasse spiegelte sich vor dem Schwarz des Meeres die alte, gebeugte Gestalt Jerems. Von den Jahren deutlich gezeichnet schlotterte ihm die alte, einst stolze Kapitänsuniform der UNL-Marine am Leib. Schlohweißes Haar umringte wirr seinen Kopf. Aus dem abgemagerten Gesicht stachen nur die hellblauen Augen hervor, der jahrelange Hunger und die Entbehrungen hatten seine Haut einfallen lassen und mit tiefen Furchen durchzogen. Aber sein Aussehen war das Letzte, was Jerem nun noch wichtig war. Nur der Auftrag verdiente Beachtung, er konnte sich keine Fehler erlauben.

Einsam stand der alte Mann auf der Brücke der Zemsta, das leise Zischen der Kiemenanlage war das einzige Geräusch, das ihm am Kommandostand Gesellschaft leistete. Das Schiff war menschenleer, alle Systeme liefen auf Automatik, denn sein Befehlverlangte Einsamkeit.
Mit seiner knochigen rechten Hand strich sich Jerem über das Gesicht, er straffte seine Gestalt und bemühte sich, die Müdigkeit der Jahre aus seinen Gliedern zu verbannen.
"Noch einmal brennt die Jugend, noch einmal stürmt er vor, der alte Tor!" sprach Jerem in den Raum hinein und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Auge.
Mit schnellen Handbewegungen, die ihm aus alter Zeit nur zu gut bekannt waren, aktivierte er die Systeme der Zemsta und das Schiff erwachte rund um ihn zum Leben. Der alte Antrieb fuhr langsam hoch und versetzte das Metall in das altbekannte Vibrieren, das Jerem in früheren Zeiten als zweiten Pulsschlag wahrgenommen hatte.
Meeresschlick wallte rings um das knapp zwanzig Meter lange, flache Jäger- und Begleitschiff auf und selbst die leistungsstarken Scheinwerfer der Vakten-Klasse waren nicht in der Lage, ihn zu durchdringen. Langsam hob sich das Schiff vom Vorsprung des Unterwasserberges empor, auf dem es den letzten Tag gegrundet gelegen hatte, einsam, mit Jerem als einzigen Passagier. Zum wiederholten Mal fragte er sich, wie es dieser Seedrachenlady Buug gelungen war, an ein ehemaliges Militärschiff der UNL zu kommen. Aber ihm konnte es nur recht sein.

Mit einem müden Ächzen ließ sich Jerem in den Pilotensessel sinken und zog die Steuerkonsole zu sich heran. Morsche Finger tippten den Kurs ein und langsam nahm die Zemsta Fahrt auf, steigerte ihre Geschwindigkeit schließlich auf ihre Höchstgeschwindigkeit von knapp 60 km/h. Sparsamkeit war nicht nötig.

Die Zemsta legte sich in eine seichte Linkskurve und schob sich damit an dem Berg vorbei. Auch wenn die Sichtfenster weiter nur schwarze See zeigten, vermeldete das Sonar plötzlich ein Gewirr an Punkten, nur fünf Kilometer entfernt tobte laut Sonar die große Schlacht, auf die Jerem gewartet hatte.

"Gut, die Tarnung hat funktioniert. Wer achtet schon auf die abgelegene Seite eines entfernten Berges, wenn direkt vor seiner Nase Kameraden zerplatzen?" dachte Jerem bei sich und ein kaltes Lächeln stahl sich in das eingefallene Gesicht. Die leistungsstarke Schraube der Vakten-Klasse brachte ihn der Schlacht schnell näher. Einige Handgriffe später lag die Zemsta auf Kurs, der Abstand zur rechten Flanke des vor ihr tobenden Gefechtes schrumpfte von Sekunde zu Sekunde weiter und Jerems Ziel, die Wzrost, war nur noch eine knappe Minute entfernt.

Einigen Torpedoirrläufern, die von irgendwo aus der Schlacht heraus in die Weite des Meeres liefen, wich er geschickt aus, der Vakten lag schnittig in der kalten See. Die größte Signatur auf dem Sonardisplay, die Wzrost, kam beständig näher und mittlerweile war das Sonar der Zemsta in der Lage, auch Dutzende anderer Schiffe von dem Metallgiganten zu trennen. Unzählige arbiträische Enterjäger, Requins, hatten mit ihren Saugnapfschleusen an die Wzrost angedockt. Die brutalen Enterkämpfe im Inneren des Schiffes konnte sich Jerem nur zu gut ausmalen, er hatte sie vor langer Zeit selbst mitgemacht. Einige weitere Requins umschwärmten den Gigant und fügten ihm mit ihren Torpedos und manchmal auch Geschützen Schlag um Schlag zu. Mittlerweile wies die Pottwal-Klasse unzählige Treffer auf, Luft strömte aus diversen Lecks. Die meisten Geschütze des Riesen schwiegen, zu einem Großteil von direkten Torpedotreffer bereits in undefinierbare Metallmassen verformt.
Die Scheinwerfer der Zemsta strichen über das graue, metallene Äußere der Wzrost, während Jerem das Schiff zum Rücken des Giganten lenkte. Muschelüberzogen lag das Monstrum direkt vor dem großen Sichtfenster der Zemsta.

Plötzlich explodierte knapp hinter der seinem Sschiff ein Torpedo an der stählernen Außenhaut der Wzrost. Ein schneller Blick auf das Sonar verriet Jerem, dass eine parallel zum Pottwal steuernde Requin-Klasse der Urheber war, während er sich an der Konsole festhielt, um von der Druckwelle nicht aus dem Pilotensitz geschleudert zu werden. Der Requin steuerte in eine Linkskurve und verschwand hinter dem Antrieb der Wzrost. Im letzten Moment wich der vermutlich arbiträische Pilot einer anderen Requin-Klasse aus, die sich knapp vor dem Antrieb mit ihrer Saugnapfschleuse an die Wzrost angesaugt hatte.

Wohl etwas überfordert, dort draußen, kleiner Arbiträer. Wer ohne Vorausschau fährt, wird als Fettfleck an der Wand enden.

Jerem schüttelte den dürren Kopf und konzentrierte sich wieder auf die vor ihm liegende Aufgabe.
"Dann wollen wir mal. Ein letztes Mal!", erklang Jerems Stimme, in dem die Müdigkeit eines langen, entbehrungsreichen Lebens mitschwang. Für diesen Spezialauftrag war nur er als Pilot in Frage gekommen, er war die einzig logische Wahl. Als ehemaliger Unions-Pilot kannte er die Vaktenklasse in- und auswendig und ... er schuldete Tide Buug sein Leben. Sie hatte durch ihre Verbindungen seiner Frau das Leben gerettet, als sie schwer erkrankte. Mitten in den Quartieren war an eine vernünftige medizinische Hilfe nicht zu denken und nur Buug hatte die Mittel, das rettende Medikament zu besorgen. Sein Leben als Pfand war eine geringe Bezahlung gewesen. Und mittlerweile hatte es ohnehin keinen Wert mehr. Er war die Einsamkeit leid. Seitdem seine Frau vor 5 Jahren zu Barbara entschlief, war das Leben eine einzige Qual geworden. Als Buug ihn dann vor wenigen Tagen aufsuchte und ihren Gefallen mit dieser Mission einforderte, hatte er das erste Mal seit einer Ewigkeit wieder einen Sinn in seinem Leben gesehen. Er würde einen letzten Dienst für die Quartiersbewohner ausführen, die ihn nach seiner Flucht aus der UNL so vorurteilsfrei aufgenommen hatten.

Gekonnt verlangsamte Jerem die Zemsta auf 3 km/h und steuerte sie vorsichtig über den seitlichen hinteren Rücken des stählernen Riesen. Er hatte sich die genaue Position, an der er andocken sollte, immer wieder durch den Kopf gehen lassen, nachdem er sie von Tide Buug genannt bekommen hatte. Doch nach einigen Stunden ausführlichen Studiums des Wzrost-Plans war die Verwunderung über die bezeichnete Stelle einem kalten Lächeln gewichen.

Mit einem Surren fuhr die an der Unterseite des Vakten gelegene Enterschleuse aus. Ein metallenes Quietschen verriet, dass die Enterkrallen sich in den Rumpf der Wzrost bohrten und damit die Verbindung beider Schiffe herbeiführten. Die Laser der Enterschleuse begannen ihre Arbeit und vom Mittelgang der Zemsta stieg der Geruch nach glühendem Metall auf und verteilte sich dank der Luftumwälzung schnell im ganzen Schiff.

Rückenschmerzen brandeten in Wellen durch seinen alten Körper, als Jerem sich mühsam aus dem Pilotensessel erhob. Mit einer beiläufigen Handbewegung schaltete er den Antrieb auf Autopilot und "Enterposition halten", was dieser mit einem hohlen Piepsen bestätigte. Die Gelenke meldeten ihr Alter, als Jerem durch den Mittelgang der Vaktenklasse zum speziellen "Geschenk" ging, dass er für die Wzrost und die an Bord befindlichen, verhassten Stawaner hatte.
Die Kontrollanzeige auf der Oberseite der Enterschleusenklappe wechselte von Rot auf Grün und Jerem zog keuchend den schweren Deckel zur Seite. Ein kurzer, in rötliches Notlicht getauchter Entertunnel lag direkt zu seinen Füssen und der Geruch nach gerade erst beendeter Schweißarbeit lag schwer in der Luft. Dann begann er mit der Arbeit.

Erfahrungen in Zartbitter - Teil 3

-Szene 3-

"Verdammte Scheisse!" Lucas lief zur Höchstform auf. Nur Sekunden nach der Explosion seines Torpedos hatte er eine gemütliche Schleife um das Antriebssegment steuern wollen, da musste er auch schon im buchstäblich letzten Moment einer dort angedockten Requin ausweichen.

"Können die denn nicht vernünftig parken?! Ganz ruhig, Madame." sagte er mehr zur Konsole als zu sich selbst und strich liebevoll darüber.
Er drehte den Kopf leicht zur Seite. "Sorry, sollte nicht so knapp werden. Aber das Sonarsystem von Madame ist schon etwas älter. Konnte die kleine Metallmasse nicht von der großen Metallmasse trennen. Und als die Scheinwerfer diesen Haischiss an der Wand entdeckten, hatte ich bei unserer Geschwindigkeit zu wenig Vorwarnzeit für ein sanftes Manöver."

Chloe tätschelte Lucas von hinten mit ihrer fast prankenartigen Kämpferhand beruhigend auf die Schulter. Ihre für eine Frau sehr tiefe Stimme sprach ihm eigenwilligen Trost zu: "Keine Sorge, Lucas, um uns brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Julie ist schon vor Minuten ohnmächtig geworden und ich hab schon schlimmere Manöver mitgemacht. Aber ich lass Julie erstmal schlafen, sonst kotzt die hier wieder wie wild rum."

Lucas nickte mit einem Lächeln auf dem Gesicht Chloes Spiegelbild in der Scheibe zu und führte eine langsame 180-Grad-Wende mit seinem Requin durch.
"Dann lass uns mal einen schönen Ort suchen, wo wir mit der Saugnapfschleuse unseren lieben Stawaner einen Besuch abstatten können. Schließlich hab ich euch beide ja nicht wegen der schönen Aussicht mitgenommen, nicht wahr!" Mit einer leichten Bewegung des rechten Steuerknüppels und einer sanften Rückwärtsfahrt steuerte Lucas die Volonté einige Meter von der Wzrost zurück, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

Mittlerweile knapp 1.000 Meter entfernttobte die Schlacht zwischen den stawischen Begleitschiffen und den verbissen kämpfenden Wolnosca und ihren arbiträischen Verbündeten hin und her. Sollte es den Stawas gelingen, die vereinte Flotte zurückzudrängen und damit zu ihrem eigentlichen Schutzobjekt, der Wzrost, durchzudringen, sah es für die angedockten Requins und ihre verteidigenden Schiffe verdammt schlecht aus. Die Explosionen der fernen Schlacht schickten immer wieder Lichtblitze durch die dunkle See, ließen eine Korona des Todes rund um die Wzrost aufleuchten. Wie viele Menschen in dieser Schlacht wohl noch ihr Leben lassen mussten, dachte Lucas bei sich. War dieser Kampf wirklich sinnvoll? Bei allem Verständnis für die Belange der Wolnoscas, aber war die Zusammenarbeit zwischen Arbiträa und Wolnosca nicht etwas zu voreilig gewesen? Hatte nicht gerade dies die Stawas mit dem Rücken zur Wand gedrängt und ihnen jede Möglichkeit genommen, ohne Gesichtsverlust an den Verhandlungstisch zu gehen?
Müde von den vielen Kämpfen seines Lebens schüttelte Lucas den Kopf. Solche Gedanken waren jetzt wirklich fehl am Platze. Sein Tacticiens-Schwarm, eine kleine Schiffsgruppe des arbiträischen Militärs, hatte sich entschieden an dem Kampf teilzunehmen und er würde seine Aufgabe erfüllen.

Fast sanft strichen die Scheinwerfer der Volonté durch das düstere Wasser und über die gräuliche Metall-Außenhaut der Wzrost. Zahlreiche Schlachten hatten ihre Spuren auf dem Flaggschiff der Stawas hinterlassen, kaum eine Stelle wies keine Reparaturspuren auf. Doch mehr noch als ihr militärischer Wert, stand in dieser Schlacht der symbolische Wert der Wzrost im Vordergrund. Sie war das stawische Schiff schlechthin. Sollte sie erobert werden...

"Bei den Strudeln des Nordlandes, was macht der Depp dort?" Lucas stoppte das Schiff und verstärkte die Scheinwerferleistung. Mittlerweile war die Volonté nur noch einige Meter von der Wzrost entfernt. Er konnte deutlich erkennen, wie auf der Oberseite des Giganten eine Vakten-Klasse Anstalten machte, mit ihrer an der Unterseite gelegenen Enterschleuse an die Wzrost anzudocken. Das Landessymbol Wolnoscas prangte gut sichtbar auf den Seitenflügeln des Vaktenschiffes. Wie waren die bitterarmen Quartiere an ein militärisches Begleitschiff der UNL gekommen, fragte sich Lucas und ließ die Volonté steigen.
Nur zehn Meter trennten ihn noch von der Vakten, sein Requin schwebte schräg versetzt hinter dem flachen Militärschiff, und er konnte erkennen, wie die Enterschleuse ihre Stahlbolzen in die Wzrost trieb. Nur Sekunden später waren beide Schiffe verbunden und Dampf stieg von der Nahtstelle auf. Das Aufschweißen hatte begonnen.

Lucas erhob seinen muskulösen Arm, seine Hand zeigte auf die Frontscheibe
"Chloe, schau mal. Hab ich bei der Besprechung etwas verpasst? Eigentlich sollten die Wolnosca doch unseren Requins den Rücken freihalten, indem sie den stawischen Begleitschutz in eine Nebenschlacht verwickeln und damit davon abhalten, unsere angedockten Schiffe abzuschießen! Was macht dann der Vakten da vorne?"

-Szene 4-

Flüssiges Feuer lief durch Jerems Körper, solche Anstrengungen wie in den letzten Minuten hatte er die ganzen letzten Jahre nicht mehr ertragen müssen. Er wischte sich die verschwitzten Hände an seiner Uniform ab, und betrachtete sein Werk.

Wie berechnet war er mit der Enterschleuse direkt durch die Wand eines kleinen Lagerraums gebrochen. Der Inhalt war unspektakulär: in diversen Plastikkisten lag stawisches Allerlei, von Uniformen über Körperpflegemittel bis hin zu leeren Datenträgern. Zwischen den deckenhoch gestapelten Kästen wirkte die schlaksige Gestalt des alten Mannes sehr deplaziert. Die Luft in dem scheinbar selten genutzten Lagerraum war schal, die Beleuchtung durch rötliche Notleuchten mehr als spärlich. Aber das störte Jerem nicht, er hatte seine Aufgabe so gut wie erledigt.

Jerem zog aus seiner Tasche den Ausdruck, der ihm genau aufzeigte, wie er die fünf massiven Kisten aus dem Laderaum der Zemsta an der linken Lagerraumwand aufzustellen hatte und ging ihn in Ruhe durch. Wahrscheinlich wurde in einem nahen Gang bereits um jeden Meter Wzrost-Boden gekämpft, aber das war ihm egal. Er schaute zur einzigen Eingangstür des Lagerraums hinüber. Ihre Anzeige blinkte immer noch rot, seine von Innen durchgeführte Verriegelung hatte also weiterhin Bestand. In wenigen Minuten würde dies alles eh keine Rolle mehr spielen.
Die mitgebrachten Kisten waren so angeordnet, dass ihr hochexplosiver Inhalt zeitlich knapp hintereinander versetzt zünden würde. Die ersten zwei, so hatte ihm Tide Buug verraten, waren dazu gedacht, die Wand zur benachbarten Waffenkammer zu sprengen, in der hunderte Torpedos und Tonnen an Geschützmunition lagerten. Die nachfolgenden drei, wesentlich größeren Kisten waren Sprengsätze mit einer sehr heiß brennenden Chemikalie, die sich nach der Explosion in die Waffenkammer ergießen und alle dort befindlichen Torpedos zur Explosion bringen würde. Ein Meisterwerk der Sprengkunst, da war sich Jerem sicher. Buug musste alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um einen derartigen Plan möglich zu machen. Die Vakten ... die Sprengsätze ... er, alles Nötige war vorhanden.
Jerems Blick strich fast liebevoll über die Sprengstoffkisten.

-Szene 5-

Lucas wurde von einem auf den anderen Moment kotzübel, sein Magen krampfte sich zusammen und er schmeckte Magensäure. Mit dem linken Fuß drückte er das Rückwärtspedal voll durch. Er konnte die Fragezeichen über Chloes Kopf förmlich spüren, aber er wusste, dass er recht hatte. Wenn sich sein Bauchgefühl meldete, und einen schleunigen Rückzug anordnete, sollte man besser Folge leisten, ohne die Situation großartig zu analysieren. Er hatte nicht ohne Grund alle bisherigen Kämpfe seiner Karriere überlebt. Manchmal war ein Rückzug mit anschließender, ruhiger Neuanalyse besser, als halsstarrig am Ort des Geschehens zu verweilen und von den Ereignissen überrollt zu werden.
Seit dem Andocken des Vakten waren mittlerweile einige Minuten vergangen und mit jeder Sekunde war das miese Bauchgefühl Lucas´ schlimmer geworden.
Er leitete eine 180-Grad-Drehung der Volonté ein, um mit dem wesentlich größeren Vorwärtsschub schnell mehr Entfernung zwischen sich und die Wzrost zu bringen. Er hatte die Drehung gerade zur Hälfte beendet und die Vakten war im rechten Teil des Sichtfenster noch als Schemen sichtbar, als...

Erfahrungen in Zartbitter - Teil 4

-Szene 6-

Jerem setzte sich mit einem schmerzerfüllten Ächzen auf einen zusammengebundenen Stapel stawischer Handtücher. Warum nicht bequem sterben, wenn der Körper sich schon anfühlte, als sei er seit Jahren tot?
Eine seltsame Ruhe breitet sich in seinem Körper aus, einer Sache derart sicher war er seit Jahren nicht mehr gewesen. Ein dünnes Kabel verband die Sprengkisten mit dem schlanken Plastikgehäuse des Zünders, der leicht in seiner Hand lag. Jerems alte, knochige Hand legte sich auf den Zünder, seine Haut strich sanft über den Auslöser.

"Bis gleich, mein Schatz!" flüsterte er in den großen Raum hinein, seine linke Hand griff instinktiv nach seinem Ehering.

-Szene 7-

...plötzlich eine gewaltige Explosion das Segment zerriss, an dem die Vakten-Klasse angedockt war. Glühendes Metall und ein Hagel an Schrapnellen schoss aus dem gewaltigen Loch heraus, die Helligkeit der Explosion brannte in Lucas´ Augen. Hinter ihm schrie Chloe aus Leibeskräften.
Die Druckwelle der Explosion erfasste die Volonté wie der Hieb eines Riesen und schleuderte sie, sich überschlagend, in die Tiefe des Meeres hinaus. Die Welt drehte sich vor Lucas´ Augen, seine jahrelange Erfahrung übernahm die Oberhand und, mehr instinktiv als bewusst hielt er mit dem Steuerknüppel gegen das Drehmoment. Das Cockpit wurde durch unzählige Anzeigen flackernd erhellt. Kalte Werte liefen über die Displays und meldeten ungeschönt den schweren Schaden der Volonté. Der Requin war ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Nach Sekunden, die Lucas wie eine Ewigkeit vorkamen, gelang es ihm, das Schiff zu stabilisieren. Sein Nacken brannte wie Feuer und seine Brust schmerzte bei jedem Atemzug, ob des harten Aufpralls in die Kreuzgurte. Das Stöhnen hinter seinem Rücken ließ ähnliche Schlüsse über seine Begleiterinnen zu.
Einen Blick auf das Sonardisplay später drehte sich Lucas zu den Enterkämpferinnen um:

?Die Volonté ist so gut wie hinüber, alle Systeme sind schwer beschädigt. Bis zum nächsten Begleitschiff schaffen wir es. Aber ich muss sehen, was aus der Wzrost geworden ist.?

Lucas trat das Gaspedal bis zum Anschlag durch, er musste Gewissheit haben. Nur langsam setzte sich der Requin mit einem Bruchteil seiner sonstigen Höchstgeschwindigkeit in Bewegung. Der vordere Scheinwerfer arbeitete glücklicherweise noch und vor dem mit Rissen überzogenen Sichtfenster des Requin wurden mit jedem Meter, den Lucas zurück zur Wzrost steuerte, mehr Schiffsteile im Wasser sichtbar. Die Explosion musste gewaltig gewesen sein, Tonnen von Wzrost-Bestandteilen sanken im Wasser langsam abwärts, von der Explosion in das Meer verstreut.

Die Wzrost kam in Sicht. Julie, durch die Turbulenzen aus der Ohnmacht erwacht, begann zu weinen, und selbst die gestandene Enterkämpferin Chloe stimmte aufgrund der Bilder im Sichtfenster nach einigen Sekunden mit ein. Kalte Fassungslosigkeit erfasste Lucas´ Gehirn. Obwohl er die Zerstörung sah, konnte er es nicht glauben. Die Szenerie hatte etwas Surreales an sich ... mit einem solchen Ausgang der Schlacht hatte er nicht gerechnet.

Die Wzrost lag im Sterben. Das hintere obere Drittel war ein einziges großes Leck und über das gesamte Schiff verteilten sich weitere Löcher, aus denen Ströme an Luftblasen und stellenweise auch rötlichen Wassers austraten. Feuer brannten gut sichtbar hinter einigen Bullaugen, nur um Sekunden später zu erlöschen, als die hereinbrechenden Wassermassen sie mit gewaltiger Macht erstickten.

Erst jetzt registrierte Lucas seine flackernde Sonaranzeige. Einige wenige Fähnchen steuerten von dem sterbenden Giganten fort, den Anzeigen nach stawische Enterkapseln und gut ein Dutzend arbiträischer Enterschiffe.
Tränen traten Lucas´ in die Augen und die Trauer schnürte ihm die Kehle zu. Hunderte Menschen waren soeben in den Tod gerissen worden. Er trauerte um jeden einzelnen, ob Arbiträer oder Stawa, im Tod waren alle Kämpfer gleich.

Die Wzrost sank langsam gen Meeresgrund und weitere Explosionen zerrissen ihren Leib. Die noch bis vor kurzem tobende Nebenschlacht war einer von Fassungslosigkeit diktierten Waffenruhe gewichen. Nur ein paar Schiffe der Wolnosca feuerten noch auf die Stawas, doch nachdem ihre arbiträischen Begleiter langsam den Rückzug antraten, kehrten auch sie in den Schutz der Masse zurück und gaben Ruhe. Arbiträer und Stawas zollten den Ereignissen schneller Tribut: Keine Explosion schickte ihre von Tod kündenden Lichtblitze mehr herüber, Lucas? Sonar verriet die Bewegungslosigkeit beider Seiten. Angesichts der Ereignisse schien jeder weitere Tod ein Frevel, jeder weitere Schuss eine Beleidigung der Verstorbenen. Langsam, wie ein dahinschwebender Wal-Schwarm, trennten sich die Parteien, die Fähnchen auf Lucas´ Sonar teilten sich in zwei Gruppen auf. Jede strebte zu den Angehörigen ihres Volkes, die gerade noch mit ihren Enterkapseln beziehungsweise Requins der Wzrost entkommen waren.

Ein letzter Explosionsblitz strahlte von der herabsinkenden Wzrost empor und umstreichelte wie einen Abschiedsgruß die Volonté.

"Ehre für die Toten, sie sind kämpfend gestorben. Wir werden euch ..." flüsterte er in den Raum. Tränen erstickten seine Stimme und er brach den arbiträischen Geleitspruch ab.
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