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Die Konferenz

Die Konferenz

Eine LodlanD-Kurzgeschichte von David Grade

Die Masse an Leibwächtern schob sich durch die Gänge Stawatyczes, jedes Mal einen anderen Weg. Mehrstöckige große Plätze, breite Wege, vielgenutzte Gänge und erst recht die offiziellen Eingänge umgingen sie. Nervös blickte Valia Rosnowotz in die nächste Abzweigung. ?Wir sperren nichts ab, wir geben keinen verdammten Anlass zur Besorgnis, wenigstens wir müssen den Anschein machen, als hätten wir alles unter Kontrolle?, hatte der Chef gesagt. Gleichzeitig hatte er die Anweisung heraus gegeben, sich möglichst nicht von Reportern und anderen Fragestellern erwischen zu lassen, seit dem 30.08.99 hatte es keine Pressekonferenz mehr gegeben.
Walwa Gorgenvyk, seit drei Jahren Anführerin der Vorhut, bog in den nächsten Gang und stoppte. Von ihrer Position neben dem Präsidenten konnte Valia das Aufsurren von Kameras hören, gleichzeitig flammten helle Lichter aus dem Gang vor ihnen auf. ?Feindkontakt ? Rückzug?, murmelte sie in ihr Sprechgerät. ?Sie haben uns am Arsch?, kam die Nachricht von Kallewitz, der die Nachhut anführte. Von hinten also auch, Valia wandte sich zum Chef, ?Das wars Habatusch, die haben uns.?

Vor Sicherheit strahlend und mit ernster Miene sah Ali Habatusch Kravitsch in die Kameras. In dem Gewirr von Fragen war keine einzelne herauszuhören.
Kravitsch nickte verstehend: ?Ich muss nicht extra erwähnen, dass einer solchen Situation in erster Linie mit Ruhe zu begegnen ist, dies leben die Stawa seit der...? Einige gute Menschenkenner erkannten später, als sie die VASK mit den Interviews sahen, eine winzige Spur von Unsicherheit im Gesicht ihres Präsidenten. ?...Abtrünnigkeit weniger Quartiere bewundernswert vor. Die alten Tugenden unseres Landes, Genauigkeit, Ruhe, Qualität werden uns auch diese Problemlage bewältigen lassen. Im Augenblick kehre ich von einem Gespräch mit Elaya Donnitz zurück, die ich selbstverständlich beruhigen konnte und die ebenso selbstverständlich ihre volle Solidarität zu allen Stawas erklärte. Sie entschuldigen, dass ich meine Arbeit fortsetzen muss, wir sind zum Glück etwas überlegter als gewisse andere Völker.?
Valias Augen funkelten vor Bewunderung während sie ihre Jungs und Mädels dirigierte, die dem Präsidenten einen Weg durch das Menschenmeer bahnten. Fragen, oft aggressiv vorgetragen, prasselten immer noch auf den Präsidenten nieder. Aber das war jetzt unwichtig. Die Kameras würden keinen schweigenden Ali Kravitsch zeigen oder einen der ?das Thema? vermied, das war das Entscheidendste, das war wichtig für die Sicherheitslage in ganz Stawa. Eine ausgefeiltere Rede mit klaren Handlungsanweisungen und Handlungserklärungen wäre besser gewesen, aber die hatte man nicht und deswegen sollte der Pressekontakt eigentlich vermieden werden.
Doch Ali Kravitsch hatte es hingebogen und so ganz nebenbei einige Spitzen gegen seine Erzrivalin Elaya Donnitz eingebracht. Er war eben der Beste und er hatte eine verdammt gute Chefin der Leibwache. Jetzt wo keine Kameras ihr Gesicht einfangen konnten, erlaubte Valia Rosnowotz sich ein Grinsen.

?Verdammte Scheiße, dass hätte in die Kimme gehen können.? Kravitsch ließ sich in einen der schwarzen Sessel fallen und angelte nach einem Kirschsaft, der auf dem Beistelltisch stand. Nur wenige Berater und Generäle waren anwesend, der engste Kreis. Nur eine Person war Valia nicht bekannt, aber da der Präsident sie nicht vorstellte und gleichzeitig akzeptierte, verunsicherte das niemanden.
?Tobias, hast du das Dossier von Tide Buug??, fragte Kravitsch.
Tobias Nandel lugte hinter dem Bildschirm seines Cerebrisoft Lightning hervor. ?Ja, ich geb mal ne Kurzusammenfassung. 329BG taucht sie das erste Mal auf und zwar - Überraschung - auf der Lohnliste unserer Armee. Damals war sie unabhängige Kapitänin einer Vakten-Klasse und gehörte zu den Rebellen aus den Quartieren, hatte aber kein Problem diese zu verraten. Dank ihr konnten die damaligen Aufstände innerhalb eines Jahres niedergeschlagen werden.?
?Wo haben Sie das her??, Janka Korwusch, Oberste des Generalstabes war aufgesprungen. ?Das sind hochgeheime Informationen des Militärs.?
?Wir haben das seit 329 in unseren Datenbanken?, sagte Nandel mit gespielt verwunderter Stimme.
Mit einer unwilligen Handbewegung unterbrach Kravitsch den sich anbahnenden Konflikt. ?Weiter?, sagte er.
?Danach haben wir sie aus den Augen verloren. 335BG tauchte sie als Anführerin von Alt-Znin wieder auf, die Uppländer, die damals dort anlandeten, nennen die Stadt ?Sterdaam?. Aufgrund der positiven Berichte des Militärs über Tide Buug, gelangte sie auf unsere Unterstützungsliste. Wir haben sie mit Nahrungsmittellieferungen unterstützt und im Gegenzug Informationen über Piraten, Aufständische und Verbrechergruppen erhalten.?
?Ist sie Uppländerin??, fragte Kravitsch.
?Wissen wir nicht, sie tauchte lange vor den großen Flüchtlingswellen auf. Unsere Informanten sagen, dass sie Uppländisch spricht, aber auch akzentfreies Stawisch.?
?Mhm, weiter?
?342 BG haben wir sie von der Supportliste genommen. Sie hat uns verstärkt genutzt, um Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Außerdem konnten wir moralisch keine Unterstützung mehr vertreten, es gab einige Berichte über ihre Grausamkeit. Eines lautet, dass sie immer zwei Gegner ausschaltet, indem sie dem einen den Kopf des anderen auf sein Kopfkissen legt. Eine effektive Methode, jemanden zum Schweigen zu bringen. Trotzdem konnte sie nach dem Supportstopp ihre Quartiersführung nicht aufrechterhalten und tauchte ab. Bis sie unter bekannten Umständen wieder auftauchten.?
?Toll?, stellte Kravitsch fest. ?Wer unterstützt sie jetzt??
Schweigen.
?Wo bekommt dieses verdammte Wolnosc seine Nahrung her??
?Die üblichen Verdächtigen: Uppland, fröhliche Sklaven, vielleicht sogar Arbiträa, die haben sich ja erstaunlich schnell für eine Seite entschieden. Aber selbst die sind nicht verrückt genug, um wegen eines Reaktors einen ernsthaften Krieg mit uns zu riskieren?, sagte Janka Korwusch. ?Wir haben kaum Informationen, in den letzten neun Tagen haben wir in den Gebieten von Wolnocs neun Aufklärer verloren.?
?Neun? Warum weiß ich davon nichts! Neun Schiffe wurden abgeschossen und ich bekomme keine Dringlichkeitsmeldung.? Kravitsch klang nicht aufgeregt, nur böse.
?Naja, nicht alle abgeschossen. Wir haben ein Loyalitätsproblem in der Truppe, wahrscheinlich sind einige übergelaufen. Fast 70 Prozent des Militärs, der Großteil in den niedrigen Rängen, stammen direkt aus den Quartieren oder sind in zweiter Generation Quartierer. Ganz Stawa besteht doch praktisch aus Quartierern.?
?Ich weiß?, Kravitsch trank etwas Kirschsaft. ?Das ist das Problem. Wenn sich Wolnosc durchsetzt, droht Stawa auseinander zu brechen. Wer weiß, wer sich diesem Land anschließen will. Stellt euch vor, die Quartiere in Stawatycze laufen über. Und wenn wir es zu einem Krieg kommen lassen, gibt es in jeder Stadt, in jedem verdammten Schiff Aufstände und Konflikte, weil halb Stawa aus Quartieren stammt.?
?Ganz Stawa?, warf Tobias Nandel ein. ?Die heilige Barbara führte damals...?
?Ja, ich weiß. Aber wenn wir jetzt darauf pochen, können wir Tide Buug gleich meinen Platz geben. Willst du den abgetrennten Kopf von Janka auf deinem Kopfkissen liegen haben, Tobias??
Für einen Augenblick sah der Pulkownik der barbaristischen Kirche nach einem ?Ja? aus.
?Nein?, sagte er.
?Maryt, habt ihr noch etwas aus Arbiträa oder aus anderen Ländern?? Kravitsch wandte sich an die Unbekannte.
?Nichts, zu unübersichtlich?, sagte sie mit schwerem nordischen Akzent. ?In das Uppland kommt niemand rein. Aber der BFS, wir haben im Bund in den letzten zwei Monaten so viele Spitzeninformanten verloren, wie seit der Sache mit der scientianischen Botschaft nicht mehr. Doch der BFS hat im Moment wohl eher innenpolitische Schwierigkeiten.?
?Also vermutlich die BFSler?, Janka schlug mit der Faust auf den Tisch, Kirschsaft spritzte in alle Richtungen. ?Eine derartige Bedrohung könnte Stawa wieder zusammenbringen. Wenn wir Publik machen, dass hinter Wolnosc der BFS steht...?
?Oder wir machen publik, dass Tide auf der Lohnliste unseres Militärs steht, dass könnte ihr die Unterstützung vieler Quartierer entziehen und sie stürzen?, sagte Tobias. Ein spontaner Gegenvorschlag, hauptsächlich war er damit beschäftig in den Datenbanken des Laptops nach dem Namen Maryt zu suchen.
?Tobias, dass klappt nicht. Es ist zwar keiner, aber sieht aus wie ein billiger Trick, um Unfrieden zu stiften. Und der BFS hinter Wolnosc? Auch wenn es so ist, sollten wir einen Teufel tun und das jetzt laut sagen. Der nächste Schritt ist, dass auch die BFS Wolnosc anerkennt und dann? Selbst Scientia ist aus unerfindlichen Gründen auf Seiten Arbiträas. Wenn der RDL zusammenbricht, ist alles hin, wofür wir die letzten Jahrzehnte gearbeitet haben. Das wir den Verlust von Voronitsa geschluckt haben, wäre umsonst gewesen. Nein, dass müssen wir verhindern. Oder einen starken Gegenpakt aufbauen.?
?Maryt Raster?, sagte Tobias Nandel der gar nicht auf die letzten Worte seines Präsidenten gehört hatte. ?Sie haben nicht zufällig eine Schwester bei der GenKom??
?Tobias wir haben jetzt andere Probleme, Konzentration beim heiligen Mottek?, sagte Kravitsch amüsiert. ?Ideen??

Vier Stunden und drei Liter Kirschsaft später hatte man sich auf einen Plan geeinigt.
?Das ist hoch gepokert, aber militärisch hat uns Wolnosc nichts entgegenzusetzen?, sagte Janka und nickte zufrieden.
?Eine reine Drohgebärde, Janka?, sagte Nandel. ?Wir wollen keinen Krieg, es soll kein einziger Schuss fallen. Wir schicken eine Armee nach Wolnosc, wie ein Paukenschlag, sie sollen richtig Angst bekommen. Und wenn sie die Wzrost und die ganzen Begleitschiffe vor ihrer Nase stehen haben und sie nicht mehr genug Exkremente im Darm haben, um sich einzuscheißen, bieten wir ihnen Straffreiheit.?
?Tobias, so eine Fäkalsprache bin ich gar nicht von dir gewohnt, zu lange mit Janka in einem Raum gewesen??, feixte der Präsident. Er erntete aufrichtige Lacher.
?Wer arbeitet freiwillig die Presseerklärung aus??
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