CONTENT
Home
Produkte
FAQ
LodlanD In-Game
Neues aus Lod
Neues aus Liberty
Neues aus Teikoku
Die RDL Wahl
Gerüchteküche
Kurzgeschichten
03:01 Uhr (UNL)
Auf dem Heimweg
Barbaras Gang
Departure
Der Anfang vom Ende...
Die große Schlacht (Liberty vs. RDL)
Die Konferenz
Erfahrungen in Zartbitter
Preis der Beute
Schlacht um Stawa
Tag der Einheit
Ungewissheit
Uurla und die Rübe
Vergiss mich nicht
Von oben nach unten
Fan-Beiträge
Ausrüstung
Allgemeine Infos
Veranstaltungen vor Ort
Foren
Downloads
SEARCH
 suche:
Erweiterte Suche
COMMUNITY
 User:
 Passwort:
auf diesem Computer speichern
Daten verloren
SUPPORT
Presse
Datenschutz
Impressum

 

Aradion - Internet-Agentur, IT-Beratung, Software-Entwicklung

Vergiss mich nicht

Eine LodlanD-Kurzgeschichte von Sebastian Oswald

Vergiss mich nicht!

Eine LodlanD-Kurzgeschichte von Sebastian Oswald

Mit zitternden Händen öffnete Paul das versiegelte Kuvert, nestelte die DASK heraus und schob sie in seinen Naxon Portable. Sie enthielt eine Videodatei. Von Beatrice!

Beatrice! Er kannte sie praktisch schon sein ganzes Leben. Ihre Mütter hatten sich damals beim Kinderarzt getroffen, ihre dreijährigen Kinder wurden beide gegen Hepatitis E geimpft und so kam man ins Gespräch. Kurz darauf waren Pauls Eltern dann bei den Coalmans zu Gast und sofort freundeten er und Beatrice sich an. Sie wurden unzertrennlich. Es folgten gemeinsame Schuljahre in der Elementar- und Grundstufe, wo sie von allen für Geschwister gehalten wurden.

Den ersten kleinen Bruch gab es mit 15, als Beatrice dann mit diesem Spinner Raphael ging und immer weniger Zeit für ihn hatte!
Aber als Raphael sie dann nach ein paar Monaten für eine siebzehnjährige Uppländerin abgeschossen hatte, war er wieder für sie da. Und als sie so in seinen Armen lag und sich ausheulte, da wusste er, dass er mehr als nur bloße Freundschaft für sie empfand. Aber er hatte sich nie getraut, es ihr zusagen.

Jedes Mal wenn sie einen neuen Freund hatte, schmerzte es mehr. Klar hatte er auch Freundinnen gehabt! Aber er wusste, warum keine dieser Beziehungen länger als ein paar Monate gehalten hatte. Er liebte nun mal Beatrice und keine andere!

Der Beginn des Videos riss ihn aus seinen Kindheitserinnerungen. Beatrice strahlte ihm mit ihren braunen Augen und der niedlichen Stupsnase entgegen:

Hi Paul!
Sorry, seit deiner letzten message ist `ne Menge Zeit vergangen, aber ich bin einfach nicht früher dazu gekommen, zu antworten. Du weißt ja: Das Studium!


Ja, das Studium! Ihr Vater hatte hier in der Goldkuppel eine hoch angesehene Kanzlei und damit sein "kleines Töchterlein" in seinem Fahrwasser schwimmen konnte, sollte sie die bestmögliche Ausbildung genießen. Seinen Geschäftsbeziehungen war es zu verdanken, dass Beatrice ein Stipendium für die "Akademische Stufe 3" - Jura - an der "Chris-Norwayne-University" in Logika bekommen hatte.

Stell dir vor, obwohl gerade mal two Trimester rum sind haben schon 37 percent meiner Kommilitonen abgebrochen...oder haben die Prüfungen nicht bestanden.
Die Klausuren sind auch very hard, aber es macht immer noch riesig Spaß und ich bin natürlich auch mächtig stolz, dass ich den Studienplatz bekommen habe.


Als sie ihm das erste Mal davon erzählt hatte war das Ganze schon beschlossene Sache gewesen. Die letzten Monate waren für Paul zur unerträglichen Qual geworden, denn er hatte lange mit sich gerungen: sollte er ihr seine Liebe gestehen oder sie besser davon unbelastet abreisen lassen.

Aber diese Ungewissheit hatte ihre Freundschaft in den letzten Wochen dennoch vergiftet. Anfangs nur wenig, aber als sie sich dann fast täglich in die Haare gerieten und sich einmal zu sehr in Rage geredet hatten, war es ihm herausgerutscht. Dieses kurze: "Weil ich dich liebe!" Sie reagierte anders, als er es erwartet hatte: Plötzlich schossen ihr Tränen in die Augen und sie fiel ihm um den Hals. Warum er das nicht früher gesagt hatte, er sie so lange hatte zappeln lassen? Sie hätte nur zu gerne "ja" gesagt! Doch nun, wo ihre Abreise vor dem Schott stand, würde sie ihm und sich die Qual einer Fernbeziehung nicht antun wollen.

Und so kam es, dass sie sogar eine Woche früher nach Scientia abreiste, ganz plötzlich, ohne ihm etwas zu sagen, nur "um den Abschied für uns beide nicht zu schwer zu machen".

Wir haben jetzt already die dritte Klausur in "scientian law" geschrieben und last week habe ich eine Hausarbeit über "ethik of war" abgeben müssen.

Ein Lächeln kämpfte mit seiner Trauer. Das Scientianisch war ihr quasi durch ihren Vater in die Wiege gelegt worden, aber seit sie in Logika studierte, war ihr Akzent stärker geworden und immer öfter flossen unbeabsichtigt scientianische Vokabeln in das sonst einwandfreie Lodt.

Offenbar wurde ihr das selbst bewusst. Gedankenverloren fuhr sie sich mit der linken Hand durch die braunen Locken?

Sorry, ich merke grad, dass mein Lodt immer mehr verwässert, aber ich komme hier so selten dazu, es zu sprechen.

- und wieder ein Indiz wie ähnlich sie sich waren, schoss es Paul schmerzhaft durch den Kopf! Sie waren oft einer Meinung gewesen und hatten dieselben Gedanken gehabt. Aber das war früher. Denn während sie erfolgreich und konsequent ihren Weg ging, irrte er immer mehr durch trübe Gewässer und wusste nichts mit sich anzufangen. Nach der Schule hatte er zuerst ein Studium an der LUDS, der "Lod Universität der Schifffahrt" angefangen, aber schon nach vier Wochen wieder aufgegeben.
Dann hatte er eine Ausbildung bei Aradion nach nur zwei Monaten abgebrochen und jetzt versuchte er seine BID durch verschiedene Aushilfsjobs zumindest konstant an der Schmerzgrenze zu halten, und nicht noch mehr Schulden zu machen.

Sie waren unzertrennlich gewesen! Und nun war sie weg. Weit weg.

Weißt du übrigens was hier der latest Schrei ist? Hosen mit extrem weiten Beinen und was das Ganze noch stranger macht: in Silber! In spätestens ein, zwei Monaten wird der Style zu euch rüberschwappen!

Ja, richtig! Letztes Mal hatte sie ihm von der Schnelllebigkeit der Modetrends in Scientia erzählt. Damals waren noch Schuhe mit eingebauten, kleinen Lämpchen modern gewesen, die bei jedem Schritt blinkten. Kurz davor hatte man noch "Emoticons" in allen möglichen Variationen auf der Kleidung getragen und davor... na ja, in Scientia waren Trends eben so schrill wie kurz!

Woher ich das weiß? Von Mike! Or genauer: von Mikes Vater! Der ist nämlich einer der bekanntesten Designer in ganz Scientia! Darum war Mike auch einer der Ersten gewesen, der diese neuen Hosen getragen hat! Dazu seine langen, leicht gewellten schwarzen Haare, die wasserblauen Augen, verschmitztes smiling! Einfach cool! Kein Wunder, dass alle girls der Uni auf ihn abschwimmen. Aber rate mal wen er zur trimenster-end-party eingeladen hat.

Oh nein!

Richtig! Me! Ich habe das zuerst self nicht believt. Nach der Party hat er mich dann zu einer Spritztour in seinem Scout mitgenommen. Na ja...und jetzt. Jetzt sind wir zusammen! Ich kann`s noch immer nicht fassen! Ich hoffe du freust dich für mich!

Sie strahlte vor Freude, doch dann wich das Lachen aus ihrem Gesicht und sie wurde schlagartig ernst.

Vergiss mich nicht, hörst du?!

Er starrte auf den nun wieder schwarzen Bildschirm und kämpfte mit den Tränen. Sie vergessen? Niemals! Sie ziehen lassen? Wenn es sie glücklich machte, würde er wohl mit seinem Schmerz leben müssen. Paul schaute sich um, und sein Quartier erschien ihm düster, eng und einsam.
Seitenanfang