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Preis der Beute

Eine Kurzgeschichte von Jan-Tobias Kitzel.

Der Preis der Beute, Teil 1

Eine LodlanD-Kurzgeschichte von Jan-Tobias Kitzel

Schmerzen! Eine nicht mehr endende Pein durchlief Ridmans Körper, jede Faser seines Körpers fühlte sich geschunden, geschlagen und unter Strom gesetzt an.
Mit einem nassen Flatschen fiel ein paar Meter entfernt ein Meerwasserschlauch zu Boden, doch durch die Wellen von Schmerzen in Ridmans Kopf hätte es genauso gut einen Kilometer entfernt sein können. Stählerne Fesseln schnitten in seine Gelenke und kaltes Salzwasser brannte in Wunden, die sich quer über seinen Körper rankten.

Ein Brechreiz ließ den schwachen Körper des sonst so starken M-5 Seaman Ridman aufbäumen und Magensäure ergoss sich auf den Gitterboden des Maschinenraums. Fremde Stimmen klangen dumpf an sein Ohr, durch die blutverkrusteten Ohren ergaben sie noch weniger Sinn, als wenn Ridman wenigstens die Sprache der Fremden verstanden hätte. Die fremde Stimme schrie ihn schrill an, dann traf ihn auf einmal hart wie ein Vorschlaghammer der Strahl eines Meerwasserschlauchs in den Magen und Schwärze umfing Ridmans Geist.

"Abdrehen! Wir müssen sofort abdrehen!" schrie Recruit Finn in sein Ohr, während zwei neue Torpedomeldungen gleichzeitig auf dem Sonarschirm der SOF MaximumHonor erschienen und sich zu den restlichen Unzähligen gesellten, die bereits vor sich hin blinkten, teils auf sie, teils auf ihre Begleitschiffe gezielt.
"Ruhe auf den billigen Plätzen, ihr werdet wohl nix zu tun kriegen, Enterkämpfer." Ridman schrie über den Lärm der überhitzenden Schraube nach hinten, während er den Steuerknüppel gen Boden drosch und den wendigen Shark in eine steile Tauchfahrt schickte, zwei Torpedos dicht auf den Fersen. Das Pingen der Ortung gellte zu immer neuen, schnelleren Höhen, während nur Meter hinter ihnen die Vernichtung immer näher kam. Für die um sie herum tobende Schlacht hatte Seaman Ridman, bis vor wenigen Minuten noch stolz darauf, bei der Expedition gen Süden dabei sein zu dürfen, keine Augen.
"Wenn ich eins nicht haben kann, Recruits, dann sind dass Schissgades auf den hinteren Reihen, die mir während der Fahrt ins Ohr nölen. Wonach sieht dieses Manöver denn deiner Meinung nach aus, Enterdreck?!" rief Ridman zu den drei hinter ihm festgeschnallten Enterkämpfern, die in diesem Moment höchstens sinnlosen Ballast darstellten. Zu einem Enterkampf würde es wohl kaum kommen, der Feind wollte sie definitiv auf den Grund des Meeres schicken.
"Okay, dann wollen wir mal sehen, wie der Fisch hier schmeckt" murmelte Ridman vor sich hin, legte den Shark in eine steile Rechtskurve bei dem das Schiffsmetall empörend aufquietschte und steuerte mitten in einen Fischschwarm hinein. Wie Donnerschläge schlugen die armgroßen silbernen Körper gegen das Cockpit der
SOF MaximumHonor und nur Sekundenbruchteile später explodierten hinter ihnen die beiden Torpedos im dichten Fischgedränge, das Ridman glücklicherweise einige hundert Meter unter ihrer Ausgangsposition ausgemacht hatte, als der Kampf begann und versprengten Fischstücke in das rot gefärbte Meer.

Stechender Schmerz verbannte die Erinnerung aus Ridmans Dunkelheit und Angst ... grenzenlose Angst durchfuhr den gestählten und doch so hilflosen Körper des Seaman. Hier wollte er nicht sterben, mitten im Father-losen Niemandsland fremder Nationen. Es hätte doch einfach nur eine Erkundungsmission sein sollen, hatte man ihnen gesagt. Gut, PettyOfficer Madja auf dem Hauptschiff, dem Mustang SOF NoMercy, hatte noch Sonderbefehle zugesteckt bekommen, aber mit einem solchen Kampf hatte keiner gerechnet. Aber auf einmal waren sie aufgetaucht, acht Schiffe, hinter einer Bergkuppe und hatten sich wie der Devil persönlich auf die Expedition ergossen. Er hatte noch das Singen der Geschosse im Kopf, wie sie zischend auf ihre Schiffe prallten und jammernd in der Tiefe verschwanden. Oder kam dieses Singen aus den Tiefen seines Schmerzes? War all das hier real?

Eine warme, harte Hand packte den Kopf Ridmans und stieß ihn hart gegen die Schiffswand, sein an den Ketten baumelnder Körper fühlte sich, geschunden wie er war, wie ein Fremdkörper an. Erneut schrie ihn die fremde, schrille Stimme an, gab ihm Befehle die er nicht verstand. Hätte er sie denn befolgt? Hätte er alles verraten was er wusste? Er wusste es nicht, die Wogen des Schmerzes spülten Ausbildung und Routine hinfort und hinterließen nichts als kalte, blanke Angst, die sich wie ein Raubfisch durch seine Eingeweide fraß. Etwas warmes lief seine Beine hinunter, die fremde Stimme fluchte und etwas stählern Hartes schlug gegen sein Kinn ... neuerliche Schwärze umfing ihn wie einen gnädigen, altbekannten Freund.


Metall zischte, hinter ihm schrie Recruit Peterson in Todesqualen, als eine Salve Reißer-Geschosse die Außenhaut des Sharks durchlöcherte und den Unterleib des jungen Enterkämpfer in Fetzen riss. Warnlampen blinkten in einem schnellen Stakkato auf, überlagerten sich gegenseitig, flehten um die volle Aufmerksamkeit von Seaman Ridman.

"Finn, D´Aspero! Notfallkits raus und Löcher schließen. Erst wenn alle Löcher zu sind, kümmert ihr euch um Peterson, sonst gehen wir alle drauf. Ist das klar?" schrie Ridman gegen das Tosen des eindringenden Wasser, das bereits eiskalt um seine Füsse lief und das Innere der Cockpitscheiben beschlagen ließ.
"Jawoll, Seaman" schallte es von hinter ihm ins Cockpit hinein, aber Ridman hatte seine Aufmerksamkeit ganz woanders. Bekannte Zeichen bauten sich auf dem Sonar- und Kommunikationsdisplay auf, doch sie bildeten eine fremde Sprache. Gleichzeitig bellte der Schadenswarner immer neue Horrormeldungen heraus. Auf dem flackernden Sonardisplay konnte Ridman erkennen, wie zwei fremde Schiffe an ihr Führungsschiff, die libertianische Mustang-Klasse andockten.

War denn alles verloren? Was sollte er tun? Vor dem Cockpitfenster zeichnete sich der Schemen eines schlanken, schnellen Gegnerschiffes ab, das direkt auf sie zuhielt. Der eigene Antrieb bestand nur noch aus Schrauben und Hoffnung, die Lebenserhaltung war auf 20 Prozent und hinter ihm erklang das letzte Gurgeln von Peterson während seine Kollegen weiter Dichtungsplatten gegen die Löcher pressten und zum Father beteten.

Ein einzelnes, weiß-kaltes Wort blinkte auf dem Kom-Display auf. Auch wenn er das Wort an sich nicht verstand, konnte es wohl nur eine einzige Frage sein.

Mit der Linken strich sich Ridman die schweißgetränkten Stoppelhaare nach hinten, er schüttelte den Kopf, schaltete den Antrieb aus und senkte die Nase des Sharks leicht gen Meeresboden in einer universalen Aufgabe-Geste...

Der Preis der Beute, Teil 2

Das Licht des Maschinenraums flackerte und Ridman hörte in der Ferne jemanden schreien. Oder war er es selbst?

Mit atemberaubender Geschwindigkeit stürzte sein Geist zurück durch die Ohnmacht in den Körper, nur um zu merken, wie sich dieser wieder einmal aufbäumte. Schmerzenschreie gellten durch den Maschinenraum, als die durch Ridmans blutverklebte Lider nur schemenhaft erkennbare Gestalt ein Stromkabel an die durchnässte Gestalt des Liberty-Piloten hielt. Wie aus der Ferne sah sich Ridman zu, wie er sich unter den blauen Funken aufbäumte, schrie und roter Sabber aus den fleischernen Überresten seines Gesichtes auf den Boden tropfte. Die blutige Flüssigkeit rann durch den dreckigen Gitterfussboden des kalten, metallenen Maschinenraums. Mit Stahlfesseln an eine Seitenwand gekettet hing die armselige Gestalt nahe am Boden und die gewaltigen Antriebsaggregate des Schiffes wachten wie geifernde Hunde über ihn, das Vibrieren der Maschinen glich einem Knurren aus tiefster Kehle.

"Faaaaaaaaaaaaatheeeeeeeeeeeeerr!" schrie Ridman in letzter Agonie in den metallenen Raum, was sein Gegenüber nur zu einem weiteren Schreischwall in fremder Sprache veranlasste. Der Strom frass sich durch seinen Körper und der Geist glitt an den Rand, von dem es kein Entkommen mehr gab. Was war das dort für ein Licht, dieser sich ausbreitender Punkt purer Energie? Ein leises "Oh Father, wie du stets versprochen hast" verließ flüsternd die Überreste der Lippen und tropfte in den Maschinenraum, wo das Summen des Folterstroms es mühelos hinfort wischte...

+++++++++++++++++++++++

"Aufhören!", wie ein Peitschenknall durchfuhr die befehlsgewohnte Stimme von Almirante Feodora Hanifa Gustavo den Maschinenraum. Mit irrem Blick in den Augen drehte sich die untersetzte Gestalt des Maschinisten zur großen, schlanken Kapitänin um. Fast schuldbewusst trippelte Esteban von einem Bein aufs andere, während er sich die mit Knochensplittern und Blut überzogenen Schlagringe von den Händen zog und das Stromkabel an die Seite legte.
"Er wollte nicht reden! Nein, nein, wollte er nicht, edle Almirante!" sprudelte es aus dem kleinen Körper des Maschinisten heraus.
Wie auch ... womit denn? formte Feodora in Gedanken, als sie die Überreste des Fremdlings betrachtete. Die einst stolze Uniform war ein Sammelsurium roter Fetzen, die in Streifen am geschundenen Körper des jungen Piloten hing. Das Gesicht eine Ansammlung von Fleischfetzen, beide Schienbeine offen nach außen gebrochen, der Bereich dazwischen mal verbrannt, mal eingeschlagen, mal fast liebevoll symmetrisch eingeritzt. Esteban hatte das volle Programm gefahren und irgendwie sah das kleine Scheusal nicht wirklich so aus, als ob er etwas bereuen würde, als er sich die Hände am blauen Overall abwischte.

"Schon gut, Esteban, nicht deine Schuld." sagte sie und klopfte ihm auf die Schultern, wozu sie kaum den Arm heben musste. "Du hast dein Bestes gegeben! Keine Schwäche vor dem Feind. Wir mussten wissen, ob in der Nähe noch weitere Schiffe sind beziehungsweise waren. Aber so wie es aussieht...", Feodora Gustavo drehte den Kopf zur immer noch an der Wand hängenden Leiche des Liberty, "...hast du alles getan was du konntest. Ich glaube eh nicht, dass sie noch Verstärkung haben, dafür haben wir sie zu schnell überwältigt."

Mit einem Zischen schloss sich das Maschinenraumschott hinter ihr, als Feodora auf dem Mittelgang in Richtung Cockpit ging.
Die junge Schifferin Majandra kam ihr entgegen, die schmale Gestalt verlor sich fast in ihrer, in früheren Zeiten erbeuteten, scientianischen Guardia-Uniform.

"Almirante, das Begleitschiff Fervor meldet, dass ein gegnerisches Schiff ihr entkommen ist." Fast schuldbewusst schaute die Schifferin zu Boden, als könnte sie, die Botin, persönlich etwas dafür.
Freundschaftlich legte die Endvierzigerin den Arm um die Schultern der schlanken Gestalt und wuschelte ihr durch die langen, schwarzen Locken. "Mach dir keine Sorgen. Drei Boote, ein mittleres und zwei kleine schnelle, an einem einzigen Tag aufgebracht. Mehrere Gefangene gemacht, fremde Reichtümer erbeutet. Da macht es nix, wenn ein Fischlein aus dem Netz entkommt."
Man konnte den Stein förmlich hören, der Majandra von Herzen fiel.

"Aber wer sind die Fremden? Ich habe solche Schiffe noch nie gesehen!"
Wie auf einen umgelegten Schalter hin straffte sich die Gestalt der Almirante und ihre Stimme wurde strenger. "Keine Fragen, Kind, das wirst du alles noch früh genug lernen. Deine Esposa hat dich mir anvertraut, damit du auf diesem Schiff schnell lernst. Jetzt lerne eine neue Lektion: auch eine Schifferin muss nicht alles wissen! Kommt Zeit, kommen Erkenntnisse!"

Damit entließ Feodora die junge Frau und ging in ihr Quartier. Nachdenklich legte sie sich auf ihr Bett und lauschte dem Vibrieren des Antriebs. Sie fuhren weisungsgemäß Richtung Heimat, dass konnte sie mit jeder Faser ihres von Narben gekennzeichneten Körpers spüren. Dafür brauchte sie keine Kartnerin, dachte sie bei sich und lächelte in sich hinein.

Ihre Gedanken wanderten zum gefolterten Gefangenen. Einen Sekundenbruchteil lang tat ihr der junge Pilot leid, der jetzt von Esteban per Schleuse ins Meer geschmissen wurde, aber sie musste gegenüber der Mannschaft den Schein wahren. Sie hätten sich bestimmt gewundert, wenn Sie ihnen gesagt hätte "Lohnt sich nicht die Gefangenen wie immer nach weiterer Beute zu <befragen>, die verstehen uns eh nicht. Darf ich vorstellen, das sind <Liberty>, Angehörige eines fremden Volkes, ...".

Nur der innere Kreis durfte zu diesem Zeitpunk von den Erkenntnissen des neuen Karterinnen-Auslandsgeheimdienstes aus Lod und Port Principal wissen und wenn dazu einer, zwei oder Dutzende Unschuldige sterben mussten, dann musste das eben so sein. Das einfache Volk würde früh genug die Wahrheit erfahren, wozu das Verhör der übrigen Gefangenen durch die Spezialisten im Scherbennest seinen Teil beitragen würde. Die Pequena brauchte erst mehr Informationen, ehe sie entschied, wieviel Normalo Nidalo wissen sollte und durfte.

"Das Glück war mal wieder mit uns, so schnell bereits auf Liberty zu treffen, damit hab ich nicht gerechnet", dachte sie bei sich. Aber etwas Glück kam nur recht: Ihr Volk hatte keine Freunde, nur Feinde, war immer im Krieg. Und im Krieg gab es kein Erbarmen, keine Rücksicht! Nur das Überleben der Nidalo zählte! Wenn sie viel Glück hatten, lagen der RDL und die Fremden bald im Krieg. Denn wenn vorne gekämpft wurde, passte hinten kaum einer auf seine Nachschubtransporte auf...

Im Takt der vibrierenden Maschinen schloss Almirante Feodora Hanifa Gustavo die Augen und dämmerte in einen Traum von Torpedos die in RDL-Schiffe einschlugen, zerberstenden Liberty-Sharks und Tonnen an Beute für ihr Volk, die stolzen Nidalo.

Aber schrie dort im Hintergrund ein Unschuldiger, dem Wohle der Nidalo geopfert...?
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